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Morgengabe |
Bildbeschreibung
Unter Morgengabe wird ursprünglich ein Hochzeitsgeschenk des Ehemann an seine Frau nach der Hochzeitsnacht verstanden. Dieser Hochzeitsbrauch hatte früher das Ziel, die Braut finanziell abzusichern, falls sie früh zur Witwe werden sollte. Der Begriff ist in den westlichen Ländern ein wenig aus der Mode gekommen, wird aber gelegentlich auch für ein Geschenk verwandt, das am Hochzeitstag vom Mann an die Frau und/oder von der Frau an den Mann überreicht wird. In europäischen Fürstenhäusern gab es früher sogar festgelegte Geldbeträge für die Morgengabe.
Im islamischen Recht spielt die Morgengabe in vielen Ländern noch heute eine bedeutende Rolle. Grundlage ist der Koran, in dem man die Sure findet: „Und gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk (so dass sie frei darüber verfügen können)!“ Es gibt gesetzliche Regelungen, die insbesondere bei Scheidungen eine Rolle spielen.
Mein Bild zeigt eine Braut, die als Geschenk ein drachenähnliches Tier auf dem Schoß hält. Frauen mit wilden Tieren auf dem Schoß darzustellen, hat eine lange Tradition in der Kunst. Besonders berühmt sind Darstellungen mit dem mythologischen Einhorn. Im Physiologus wird das Einhorn als menschenscheues Wesen beschrieben, das sich nur im Schoße einer reinen Jungfrau zähmen lässt.
Ein anderes mythologisches Tier ist der Drache, der in westlichen Kulturen negativ und in ostasiatischen Kulturen positiv konnotiert wird.
Eine Frau kann das Einhorn zähmen unter Aufgabe ihrer Sexualität. Die Ehe wurde u.a. eingeführt, um die Sexualität zu zähmen, was über die Jahrhunderte des letzten Jahrtausends zur fast vollständigen Auslöschung eines eigenen weiblichen Begehrens führte. Mit der sexuellen Revolution erlangten Frauen mehr Freiheit, aber sie sollten sich immer auf den Mann und seine Bedürfnisse beziehen. Mein Drache steht für eine Ermächtigung der Frau in eine mehr an den weiblichen Bedürfnissen ausgerichtete Paarbeziehung.
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